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1410 erschien in Italien
das erste Fechtbuch und gegen Mitte des 16.
Jahrhunderts haben die Fechtmeister richtige
Schulungskurse ausgearbeitet, welche noch heute
z.T. als Grundlage der Fechttheorie dienen.
In Frankreich
wurde 1567
die französische Fechtschule gegründet.
In manchen von ihnen wird
das Fechten gelehrt, als sei es eine exakte Wissenschaft
mit mathematischer Beweisführung. Geometrische
Zeichnungen erläutern die Hiebe. Die Franzosen
behaupten, es sei das Verdienst
der Spanier zur Zeit des Königreiches Karl
V., das Fechten erfunden (noch in sehr statischer
Form) und es mit rationellen und technischen Prinzipien
verbreitet zu haben.
Die Italiener
bekämpfen diese These und verteidigen ihre
Vorherrschaft gegenüber den Iberern, weil
während der Renaissance das Fechten italienischer
Schule reich an berühmten Lehrern und Veröffentlichungen
und führend in ganz Europa war. Im 16.
Jahrhundert führte
man in Italien
das Rapier ein, und die Fechtkunst wurde bald
in Fechtschulen systematisch gelehrt. Ein Dolch,
später ein gefalteter
Mantel, in der linken Hand ersetzte den Schild.
Schliesslich liess man den linken Arm
ganz frei.
Anfangs 17. Jahrhundert
erlebte der Fechtsport einen richtigen Aufschwung:
erstmaliges Auf-
tauchen des Floretts, Erfindung der Maske und
ausführliche Studien über Positionen
und Bewegungs-
abläufe wurden vielerorts veröffentlicht.
Das Rapier und der italienische Fechtstil wurden
in Europa sehr beliebt, besonders in Frankreich
und England. In diesen Ländern änderte
man laufend Form und Grösse des Rapiers,
da es aufgrund seiner Länge und seines Gewichts
immer etwas unhandlich war.
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